Lebenserinnerung an Dipl.Ing.chem.ETH Bruno Martinelli

(1928–1998)



martinelli

Mit dem Namen Bruno Martinelli verbindet sich ein Kapitel, das den VESLIC über viele Jahre geprägt hat. Von 1974 bis 1989 stand er dem Verein als Präsident vor und führte ihn mit fachlicher Kompetenz, Weitsicht und einer bemerkenswerten menschlichen Ausstrahlung. Sein Engagement war nicht bloss ein Amt – es war eine Herzensangelegenheit.


Geboren am 1. April 1928 in Maroggia im Tessin, wuchs Bruno Martinelli in einem Umfeld auf, das von der Gerbereiwirtschaft geprägt war. Nach der Matura am Kollegium Maria-Hilf – der heutigen Kantonsschule Kollegium Schwyz – führte ihn sein Weg an die ETH Zürich, wo er das Chemie-Studium mit jener Ernsthaftigkeit und Neugier betrieb, die später sein berufliches Wirken auszeichnen sollten.


Seine erste berufliche Station fand er 1951 in der Lederabteilung der EMPA St. Gallen. Dort legte er den Grundstein für sein tiefes Verständnis der Lederchemie und entwickelte jene Verbindung von wissenschaftlicher Präzision und praktischer Erfahrung, die ihn zeitlebens auszeichnete. Am 1. November 1960 übernahm er die Betriebsleitung der Gerberei Gimmel in Arbon. Doch je länger er wirkte, desto deutlicher zeigte sich seine eigentliche Berufung: die Forschung. So folgte er 1964 dem Ruf zu CIBA nach Basel, wo er während vieler Jahre in der Entwicklung und Forschung tätig war. Seine Arbeiten fanden international Beachtung, und seine Vorträge an Fachtagungen waren geprägt von Klarheit, Sachkenntnis und einer seltenen Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich und anregend zu vermitteln.


Ein besonderes Vermächtnis hinterließ Bruno Martinelli mit der Festschrift zum 75 jährigen Jubiläum des VESLIC. Mit grosser Sorgfalt und historischer Genauigkeit verfasste er ein Werk, das weit über eine Chronik hinausgeht: Es ist ein Dokument der Identität des Vereins, ein Spiegel seiner Entwicklung und ein Ausdruck jener Verbundenheit, die Martinelli zeitlebens mit dem VESLIC pflegte. Man darf dieses Werk mit Recht als sein persönliches Geschenk an den Verein betrachten.